Bahnreise durch Mitteleuropa: eine Route ganz ohne Auto
Eine Woche Mitteleuropa ohne Auto klingt nach Verzicht und ist in Wahrheit eine andere Art zu reisen. Sie planen nicht nach Kilometern, sondern nach Anschlüssen, und Sie sehen die Landschaft, statt sie zu steuern.
Bahnreise planen heißt Anschlüsse planen
Der Fahrplan ist die eigentliche Karte. Drei Regeln haben sich bewährt, und alle drei kosten nichts:
- Höchstens zwei Umstiege pro Tag, sonst wird die Fahrt zur Arbeit
- Umsteigezeiten großzügig wählen, besonders an Grenzbahnhöfen
- Die längste Fahrt auf den Vormittag legen
Die Strecke schreibt sich fast von selbst
Von Dresden das Elbtal hinauf nach Böhmen, weiter durch das Hügelland nach Süden, dann an der Donau entlang: Diese Achse verbindet Regionen, die sich landschaftlich stark unterscheiden und trotzdem eng zusammenhängen. Die schönsten Abschnitte liegen nicht dort, wo die schnellen Züge fahren, sondern auf den Regionalstrecken, die im Zweistundentakt durch Flusstäler kriechen.
Im Zug beginnt die Reise mit dem ersten Meter. Im Auto beginnt sie erst nach der Ausfahrt.
Was Sie unterwegs anders machen
Ohne Kofferraum reisen Sie leichter, im Wortsinn. Ein Rucksack, der ins Gepäckfach passt, entscheidet über die Bewegungsfreiheit an jedem Bahnhof. Dafür können Sie überall aussteigen, wo etwas interessant aussieht, und den nächsten Zug nehmen. Wer das ein paar Mal gemacht hat, plant seine Etappen bewusst mit einer Lücke am Nachmittag.
Und noch etwas ändert sich: Sie kommen in den Ortskernen an, nicht an einer Umgehungsstraße. Der Bahnhof liegt fast überall dort, wo die Stadt vor hundert Jahren wichtig war, und das ist meistens ihr schönster Teil. Die Fahrt kostet Zeit, spart aber Parkplatzsuche, Tankstopps und die abendliche Frage, wer heute nichts trinkt.