Roadtrip Norditalien: von der Po-Ebene hinauf in die Voralpen
Norditalien lässt sich in einer Woche durchqueren, ohne je Autobahn fahren zu müssen. Die Route beginnt in der flachen Po-Ebene, wo die Reisfelder im Frühsommer wie Spiegel liegen, und endet dort, wo die Straßen anfangen zu steigen.
Roadtrip Norditalien: die Ebene unterschätzt man
Zwischen Pavia und Mantua wirkt die Landschaft auf der Karte langweilig und ist es unterwegs nie. Kanäle, Pappelalleen, verlassene Höfe und Ortschaften, in denen mittags alles schließt. Wer hier früh fährt, hat Nebelbänke über den Feldern und die Straßen fast für sich allein.
- Frühe Abfahrt, weil der Vormittag das beste Licht hat
- Nebenstraßen statt Schnellstraßen, auch wenn es länger dauert
- Mittagspause in einem Ort, nicht an einer Raststätte
Von der Ebene an die Seen
Ab Brescia ändert sich alles innerhalb einer Stunde. Die Straße beginnt zu kurven, Zypressen lösen die Pappeln ab, und plötzlich liegt Wasser zwischen den Hügeln. Die großen Seen sind bekannt, ihre Nebentäler nicht: Wer eine Abzweigung nimmt und zwanzig Minuten bergauf fährt, findet Dörfer mit Blick über das ganze Becken und Parkplätze, die einen Bruchteil dessen kosten, was am Ufer verlangt wird.
Am Ufer sehen Sie den See. Zweihundert Meter höher sehen Sie, warum die Leute hier bleiben.
Die Voralpen als Abschluss
Die letzte Etappe führt in Täler, in denen der Sommer später beginnt. Hier stehen Kastanienwälder, Steinhäuser mit Schieferdächern und Wirtschaften, die noch mittags kochen. Eine Nacht mehr einzuplanen lohnt sich, denn die Rückfahrt in die Ebene dauert gefühlt halb so lang wie der Hinweg.
Wer die Strecke im Frühsommer fährt, hat Wasser in den Bächen und wenig Verkehr. Im Hochsommer verschiebt sich alles an die Seeufer, und die Bergstraßen werden ruhiger, als man erwarten würde. Beide Varianten funktionieren, nur ergeben sie nicht dieselbe Reise.